Das Märchen vom modernen Lebensgefühl

Das Märchen vom modernen Lebensgefühl


„Es war einmal vor langer Zeit, als es noch keine virtuellen Wirklichkeiten
gab, keine Videotheken und Spartenprogramme, da fragte der Mensch nach dem Sinn
des Lebens. Dann aber kamen die Propheten aus dem Reich der Unterhaltung, die
Animateure und Produzenten, die Werbeagenturen und Beschäftigungstherapeuten.
Sie predigten die gute Nachricht vom Genuss des Augenblicks. Und Jung und Alt
huldigten ihnen, weil diese Botschaft ihnen gefiel. Das war der Tag, vor dem
Gott, der Herr, sich gefürchtet hatte. Denn fortan vergaßen die Menschen ihre
eigentliche Berufung. Es gab keine Ewigkeit mehr in ihrem Herzen, nur die
Illusion von immer währenden Glücksmoment“ (Pfarrer Stollwerk).

Hat unser Leben ein Ziel, oder steuern wir nur auf das Ende zu? Am Ende steht
der Tod, der Sarg, der Friedhof. Wie hieß es in der ehemaligen DDR? „Mach
dir das Leben nur recht schön, kein Jenseits gibt’s, kein Wiedersehen!“
Aber auch dieses Reich mit seiner Ideologie gehört längst der Vergangenheit
an.

Viele Menschen huldigen der asiatischen Weisheit „Der Weg ist das Ziel“.
Doch wer so denkt und handelt, irrt orientierungslos durchs Leben. Wege führen
überall hin. Viele Wege führen nach Rom, führen ins Nichts, ins Leere. Lassen
Sie uns wieder neu bewusst werden, dass unser Ziel die Ewigkeit ist. Gott
schenke uns diese Einsicht.

„Herr, lehre mich doch, dass mein Leben ein Ziel hat und ich davon muss“.
Psalm39,5

Reinhold Ruthe: Ein neuer Tag – ein neues Leben /Brendow Verlag / Seite 86


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